Wie das Tarot in mein Leben kam
Ich habe das Tarot nicht gewählt – es hat mich auserwählt. Und nein, ich sage das nicht aus Eitelkeit oder weil ich mich deshalb für etwas Besonderes halte. Bis vor ein paar Jahren hatte ich mit Tarot absolut nichts zu tun. Zu dieser Zeit hatte ich noch nicht einmal selbst die Erfahrung einer Tarot-Lesung gemacht.
Ich war zwar schon immer ein sehr intuitiver Mensch, auch auf meine eigene Art spirituell und stets neugierig darauf, meine medialen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Aber ich hätte mir niemals vorstellen können, dass genau das einmal zu meiner Berufung werden würde.
Zum ersten Mal kam ich mit dem Tarot in Berührung, als ich die schlimmste Existenzkrise meines Lebens durchlebte.
Plötzlich wusste ich nicht mehr, wer ich war, wohin ich gehörte oder was ich überhaupt wollte. Meine Gedanken und Gefühle ließen sich nicht mehr ordnen – es war pures Chaos. Ich begann, mein gesamtes Leben zu hinterfragen. Ich hasste meinen Job. Ich zweifelte an meiner Beziehung. Ich stellte meine eigene Existenz infrage und konnte mich irgendwann nicht einmal mehr im Spiegel ansehen.
Nichts schien mehr Sinn zu ergeben.
Ich fühlte mich verloren, als wäre ich am völlig falschen Ort im Leben gelandet. Mein Inneres war erfüllt von Chaos, von Fragen – immer mehr Fragen –, aber es gab keine Antworten. Ich rutschte in eine tiefe Depression, verfiel in Selbstmitleid, und bald zeigten sich die ersten psychosomatischen Symptome: von Heulattacken bis hin zu Panikattacken.
Meine Welt stürzte um mich herum zusammen, und ich wusste nicht mehr weiter. Innerlich fühlte ich mich leer, fast wie ausgestorben.
Mitten in diesem inneren Chaos begann etwas Merkwürdiges zu passieren. Ich bemerkte sanfte Gedanken, die sich nicht wie meine eigenen anfühlten – eher wie eine subtile Stimme in meinem Kopf.
Am Anfang dachte ich nur: Okay, jetzt ist es so weit. Ich werde verrückt.
Stimmen im Kopf – das klang nach Wahnsinn.
Doch diese Stimme war anders. Sie war ruhig, liebevoll und niemals aufdringlich. Sie hatte etwas Mütterliches an sich, etwas Beruhigendes, fast Tröstendes.
Sie sprach nur in kurzen Sätzen zu mir. Und sie nannte mich manchmal „Tochter“.
Mit der Zeit begann ich, diese Stimme nicht mehr zu unterdrücken. Ich ließ sie einfach da sein. Und von Mal zu Mal wurde sie klarer – so klar, als würde jemand neben mir stehen, dessen Stimme ich genauso deutlich hören konnte wie meine eigene.
Manchmal meldete sie sich in bestimmten Situationen oder als Antwort auf Gedanken, die mir durch den Kopf gingen. Ihre Worte waren kurz, aber präzise.
„Tu das nicht.“
„Das bist nicht du.“
„Fühlst du dich jetzt besser?“
Gelegentlich klang sie auch streng, fast wie eine Mutter, die ihr Kind zurechtweist.
„Du bist noch nicht so weit.“
„Du hast doch keine Ahnung – du musst noch so viel lernen.“
Irgendwann begann ich sogar, laut mit ihr zu sprechen. In der Hoffnung, sie würde mich hören und mir Antworten geben.
Aber schnell merkte ich: Nicht ich bestimmte, wann diese Kommunikation stattfand – sondern sie.
Ja, du hast richtig gelesen. In meiner menschlichen Wahrnehmung ist diese Stimme eine Sie.
Da ich sie nicht sehen konnte, sondern nur hören, gab ich ihr irgendwann einen Namen: Maria.
Später wurde mir klar, dass Maria einer meiner spirituellen Mentoren ist – oder, wie meine brasilianischen Vorfahren sagen würden: eine Pombagira.
Während dieser schwierigen Zeit spürte ich, wie meine Verbindung zu ihr immer stärker wurde. Und eines Tages, in einer besonders traurigen Stunde, sprach sie wieder zu mir.
Ihre Worte waren kurz und klar:
„Besorge dir Tarotkarten. Es ist an der Zeit, an dir zu arbeiten.“
Ich stand erst einmal da und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte.
Tarotkarten? Wirklich jetzt?
Ich hatte keine Ahnung, was ich damit tun sollte oder wie mir das in meiner Situation helfen sollte. Trotzdem hatte ich inzwischen genug Vertrauen zu dieser Stimme aufgebaut, um ihrem Rat zu folgen.
Also bestellte ich mir online ein Kartendeck – ohne lange darüber nachzudenken oder besonders wählerisch zu sein.
Als die Karten schließlich ankamen, nahm ich sie in die Hand und betrachtete sie lange. Ich studierte jedes Detail der Bilder. Und irgendetwas daran fühlte sich sofort vertraut an.
Fast so, als würde ich etwas wiedersehen, das ich längst kannte.
Dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt absolut keine Ahnung, was die Karten eigentlich bedeuteten. Ich wusste nur, dass die Bilder schön waren – geheimnisvoll und irgendwie faszinierend.
Die Tage vergingen, und ich merkte, wie mich das Kartendeck immer stärker anzog. Es war, als würde etwas darin nach mir rufen.
Manchmal musste ich an Frodo aus Der Herr der Ringe denken, der sich der Anziehungskraft des Rings kaum entziehen konnte.
So ähnlich fühlte es sich an.
Ich konnte die Finger einfach nicht von den Karten lassen. Immer wieder saß ich irgendwo im Wohnzimmer und betrachtete sie lange.
Manchmal sprach ich dabei zu Maria.
„Gut“, sagte ich dann. „Hier sind die Karten. Aber ich verstehe sie nicht. Und wie genau sollen sie mir jetzt bei meinen Problemen helfen?“
Doch meistens antwortete sie nicht.
Ihr Schweigen war frustrierend.
Trotzdem entwickelte sich langsam eine kleine Routine. Jeden Morgen, bevor ich meine Arbeit im Homeoffice begann, machte ich mir eine Tasse Kaffee, zog eine Karte aus dem Deck und betrachtete sie.
Ich sah sie mir an, als würde ich vor der Mona Lisa im Louvre stehen – still, geheimnisvoll und voller Ausdruck.
Die Symbole auf den Karten begannen mich immer mehr zu faszinieren. Ich versuchte, ihre Bedeutungen zu erahnen, indem ich sie mit Erinnerungen, Menschen, Situationen oder Gefühlen aus meinem eigenen Leben verband.
Auf diese Weise lernte ich langsam das Alphabet dieser magischen Sprache kennen – eine Sprache aus Symbolen, Farben, Formen, Numerologie und Bildern menschlicher Erfahrungen.
Und etwas Unerwartetes geschah.
In den Momenten, in denen ich die Karten in den Händen hielt, wurde mein Kopf plötzlich still. Meine Gedanken hörten auf zu rasen. Meine Atmung wurde ruhiger, mein Herz fand einen natürlichen Rhythmus.
Für kurze Augenblicke verschwand meine Krise aus meinem Bewusstsein.
Und in diesen Momenten fühlte ich mich wieder lebendig.
Eine tiefe, friedliche Stille erfüllte mein Inneres.
Tag für Tag verbrachte ich mehr Zeit mit den Karten. Zwischen uns entstand eine Art Intimität. Wohin ich auch ging, ich nahm sie mit mir – fast so, als wären sie ein Teil meines eigenen Körpers geworden.
Natürlich wusste ich rational, dass es nur festes Papier mit Bildern war. Doch für mich waren sie längst mehr als das.
Dieses einfache Papier hatte ich mit meiner Energie, meiner Aufmerksamkeit und meiner Seele aufgeladen. Und irgendwann fühlte es sich an, als wären wir miteinander verbunden.
Die Karten wurden zu einer Erweiterung meiner Intuition, meiner Wahrnehmung – vielleicht sogar meiner Seele. Jede Berührung und jeder Augenblick, den ich mit den Karten verbrachte, hatte eine beruhigende, beinahe therapeutische Wirkung auf mich. Neben der universellen Bedeutung der Symbole begann ich, meine eigene Deutung hinzuzufügen. So lernte ich nach und nach eine Sprache – eine Sprache, mit der ich das wahre Wesen und die Gefühle der Menschen lesen und interpretieren konnte, gefärbt von meinem ganz persönlichen Blick auf die Welt.
Mit der Zeit verstand ich auch, was Maria damals meinte, als sie sagte: „Es ist an der Zeit, an dir zu arbeiten.“
Das Tarot lehrte mich, mich selbst besser zu verstehen. Ich begann zu begreifen, was mein innerer Tod bedeutete und was wirklich in meiner Beziehung geschah. Die Karten halfen mir, alte Wunden zu erkennen und zu heilen. Sie führten mich dazu, mein eigenes Potenzial zu sehen – etwas, das ich zuvor nie wirklich wahrgenommen hatte.
Vor allem aber lehrte mich das Tarot, loszulassen. Es half mir, mich von alten Programmierungen zu befreien, die mich lange von meiner wahren Essenz getrennt hatten.
Ich lernte, all das gehen zu lassen, was ich ohnehin nicht kontrollieren konnte. Und es fühlte sich überraschend befreiend an, diese Kontrolle abzugeben und langsam zu mir selbst zurückzufinden – zurück zu einem ursprünglichen Zustand, zu einer Art göttlichem Ursprung. Zu einem Zustand des Nichts: nichts sein zu müssen, nichts erzwingen zu wollen, nichts besitzen zu müssen – und dennoch die vollständige Fülle des Universums zu spüren.
Das Tarot öffnete mir die Augen. Es verfeinerte meine Sinne und gab meinem Leben eine völlig neue Perspektive.
Stück für Stück führten mich die Karten aus meiner Krise heraus. Und heute kann ich mir mein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.
Wie meine Arbeit mit dem Tarot begann
Meine Arbeit mit dem Tarot begann eigentlich ganz ohne Absicht. Nachdem das Tarot mir selbst so tief geholfen hatte, begann ich irgendwann, meine Karten auch Freunden aus meinem engsten Kreis anzubieten. Manchmal einfach als Trost, manchmal als Orientierung bei wichtigen Entscheidungen oder bei Herzensangelegenheiten.
Zu meiner eigenen Überraschung stellten sich die Lesungen für meine Freunde als unglaublich hilfreich heraus. Viele fühlten sich verstanden, getröstet oder fanden durch die Karten eine neue Perspektive auf ihre Situation. Und nicht selten trafen die Zukunftsperspektiven, die in den Karten lagen, erstaunlich genau ein.
Am Anfang war das alles noch ein kleines Geheimnis, das ich für mich behielt. Es hatte etwas Mysteriöses, etwas sehr Persönliches, das ich nur mit wenigen Menschen teilte. Doch irgendwann begann ich, offener darüber zu sprechen – zuerst mit Freunden, dann mit Familienmitgliedern. Und wie so oft im Leben führte eines zum anderen.
Ich freute mich jedes Mal wie ein Kind, wenn man mich um Hilfe bat. Ich glaube, es liegt einfach in meiner Natur, Menschen helfen zu wollen. Es erfüllt mich mit tiefer Freude, wenn ich jemanden bei einem Problem unterstützen kann.
Es dauerte nicht lange, bis sich das herumsprach. Eine Freundin erzählte es einer anderen, ein Bekannter seiner Cousine, und irgendwann meldeten sich Menschen bei mir, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Sie baten um Rat, Orientierung oder einfach nur um einen Moment der Klarheit in ihrem Leben.
Ehe ich mich versah, wurde mein WhatsApp immer voller. Neue Nachrichten, neue Fragen, neue Geschichten. Der Speicher meines WhatsApp war irgendwann fast am Limit.
Mit der Zeit entschied ich mich, für meine Zeit auch eine kleine Gegenleistung anzunehmen. Die Anfragen wurden immer mehr. Oft saß ich nach Feierabend noch stundenlang da und legte Karten für Menschen, die Hilfe suchten.
Doch irgendwann merkte ich, dass mir langsam die Energie ausging. Meine wenigen freien Stunden zwischen Feierabend und Schlafenszeit verbrachte ich damit, fremden Menschen zu helfen. Ich tat es mit ganzem Herzen, aber ich war auch erschöpft.
Gleichzeitig wurden die Anliegen der Menschen immer komplexer. Sie vertrauten mir ihre tiefsten Ängste, ihre Geheimnisse und ihre größten Wünsche an. Manchmal saß ich da und dachte:
Diese Menschen öffnen mir ihr Herz – aber bin ich dieser Verantwortung überhaupt gewachsen?
Eines Tages sprach ich laut zu Maria, meiner spirituellen Mentorin.
„Maria, ich weiß nicht, ob ich das Richtige tue. Die Fragen werden immer schwieriger. Was, wenn ich den Menschen nicht gerecht werde? Vielleicht bin ich der Sache einfach nicht gewachsen.“
An diesem Tag kam die Antwort sofort.
Ihre Stimme sagte ruhig:
„Das ist nicht das erste Mal, dass du das tust. Du trägst Wissen in dir, das nicht nur aus diesem einen Leben stammt. Mach einfach weiter. Ich bin da. Ich unterstütze dich.“
In diesem Moment fiel mir ein Stein vom Herzen. Zu wissen, dass ich nicht allein war, gab mir ein unglaubliches Vertrauen in mich selbst.
Also machte ich weiter.
Mit jeder Lesung wurde meine Intuition klarer. Manchmal hörte ich mich Dinge aussprechen, die gar nicht direkt aus den Karten kamen – und doch fühlten sie sich vollkommen richtig an. Meine Klienten reagierten oft mit Staunen. Manche wurden still, andere weinten und ich wuchs.
Nicht nur als Kartenlegerin, sondern als Mensch.
Die Geschichten der Menschen, die mich aufsuchten, wurden auch zu meinen Lehrern. Jede Begegnung, jede Lesung brachte eine neue Erkenntnis.
Am schönsten war für mich immer der Moment am Ende einer Sitzung. Wenn jemand mich durch die Kamera ansah und plötzlich wieder ein Lächeln im Gesicht hatte. Wenn in den Augen wieder ein kleiner Funken Hoffnung zu sehen war.
Doch mein Weg war nicht immer leicht.
Gerade am Anfang spürte ich auch die Vorurteile mancher Menschen. Nicht jeder verstand, was mir diese Karten bedeuteten oder wie tief erfüllend es für mich war, Menschen auf diese Weise zu helfen.
Manche reagierten mit Skepsis. Andere mit hochgezogenen Augenbrauen oder einem spöttischen Lächeln.
Früher hätte mich das vielleicht verletzt.
Doch irgendwann wurde es mir einfach egal.
Ich hatte keine Angst mehr davor, was andere denken könnten. Keine Angst mehr davor, dass man mich für verrückt hält.
Denn ich wusste, was ich erlebte.
Und ich wusste, dass ich Menschen helfen konnte.
Und das war alles, was zählte.
Was du von meiner Arbeit erwarten kannst
Wenn du zu mir kommst, bringst du mehr mit als nur Fragen.
Du bringst deine Geschichte mit – deine Zweifel, deine Hoffnungen, deine Verletzungen und deine Sehnsucht nach Klarheit.
In meiner Beratung darfst du einfach du selbst sein. Ohne Bewertung. Ohne Urteil. Ohne Angst, missverstanden zu werden.
Viele Menschen erleben, dass es manchmal leichter ist, sich einer neutralen Person zu öffnen als Freunden oder der Familie. Menschen, die uns lange kennen, haben oft bereits ein festes Bild von uns. In einer Tarotberatung entsteht dagegen ein Raum, in dem du frei sprechen kannst – ehrlich, offen und ohne Zurückhaltung.
Wenn ich die Karten lege, gibt es in diesem Moment nur dich und mich.
Auch wenn die Beratung online stattfindet, entsteht eine energetische Verbindung zwischen uns. Oft zeigen sich Gefühle, Gedanken oder Dynamiken bereits in den Karten, noch bevor sie ausgesprochen werden.
Meine Arbeit basiert nicht nur auf der klassischen Bedeutung der Tarotkarten. Ich arbeite vor allem intuitiv. Während einer Legung verbinde ich die Symbolik der Karten mit meiner inneren Wahrnehmung. Manchmal ist es ein Detail in einer Karte, ein plötzliches Gefühl oder ein Bild, das sich zeigt und eine tiefere Botschaft offenbart.
Viele meiner Klienten erleben während einer Legung einen Moment der Klarheit.
Oft bestätigen die Karten etwas, das sie tief im Inneren bereits gespürt haben. Manchmal öffnen sie eine neue Perspektive auf eine Situation, die zuvor festgefahren schien.
Doch eines ist mir besonders wichtig:
Das Tarot entscheidet nicht über dein Schicksal.
Die Karten zeigen Möglichkeiten, Energien und Entwicklungen auf – aber die Entscheidungen triffst immer du selbst. Dein Leben liegt in deinen Händen.
Meine Aufgabe ist es, dich auf einem kleinen Abschnitt deiner Reise zu begleiten. Dir ehrlich zu spiegeln, was sich in den Karten zeigt, und dir einen Raum zu geben, in dem deine Gedanken, Fragen und Gefühle willkommen sind.
Jede Beratung erfolgt mit Respekt, Empathie und absoluter Vertraulichkeit.
Für mich ist jede Legung mehr als nur eine Beratung.
Es ist eine Begegnung – zwischen zwei Menschen und zwischen dir und deiner eigenen inneren Wahrheit.
Und manchmal ist genau das der Moment, in dem sich etwas verändert.
Der Moment, in dem du wieder klarer sehen kannst.
Der Moment, in dem du wieder näher zu dir selbst findest.